Wenn ich mich vorstellen darf: ich bin der Kater Scotty aus Neukirchen-Vluyn vom Vluyner Südring 72b - 74. Auch wenn ich hier lebe und mein Unwesen treibe, geboren bin ich in Vluynbusch auf einem Bauernhof. Aber mal der Reihe nach...

Ich, Scotty, bin mit meinen Brüdern und Schwestern, auf einem Bauernhof im Frühjahr 2004 in Vluynbusch geboren. Mit meiner Mutter und meinen Geschwistern haben wir in einem Kuhstall neben den Kühen in einer extra für uns hergerichteten Kiste gelebt. Das war richtig cool. Die ganze Kiste war mit Stroh ausgelgt und wir konnten alles machen was wir wollten. Nachdem wir unsere Augen öffnen konnten und auf unseren Beinchen sicherer wurden haben wir hier herumgetollt, oder unsere Mama geärgert. Unsere Mama war echt Klasse, sie hat alles, na ja fast alles, mitgemacht und selten geschimpft.

Als ich mit meinen Geschwistern nach fünf oder sechs Wochen zum ersten mal das Umfeld erkunden durfte (meine Mama war da sehr um uns besorgt) hatte ich schon ein wenig Angst. Die Kühe waren riesig groß und schnaubten ständig. Aber nach kurzer Zeit habe ich gemerkt, dass sie gar nicht böse waren, nur eben sehr groß.

So lebten wir dann wie im Paradies: wir konnten tun und lassen was wir wollten, hatten einen warmen und trockenen Platz zum Schlafen und immer genug zu Essen.

So verging die Zeit, bis eines Tages zwei Menschen, ein Mann und eine Frau, in unseren Stall kamen, die ich hier bis dahin noch nie gesehen hatte. Vorsichtshalber habe ich mich erst mal aus dem Staub gemacht und die Sache aus sicherer Entfernung beobachtet.....man weiß ja nie...

Die beiden Menschen spielten mit meinen Geschwistern und so wie es aus der Ferne aussah, hatte meine kleine Schwester, eine zierliche scharze Katzendame, es den beiden wohl ganz besonders angetan.

Zu meiner Schwester hatte ich ein ganz besonders Verhältnis. Ob es der Beschützerinstinkt war, oder etwas anderes, ich weiß es nicht. Jedenfall wollte ich mir das aus der Nähe anschauen.

Als ich mich den Menschen näherte, musste ich zu meinem Erstaunen feststellen, dass sie überhaupt keine Notiz von mir nahmen, sondern sich intensiv mit meiner Schwester beschäftigten. Als es sich aber anschickte, dass sie meine kleine Schwester mitnehmen wollten, musste ich handeln. So bin ich dann, und ich muss gestehen mir war nicht wohl dabei, einfach auf die Schulter des Mannes gesprungen. So konnte ich sehen und hören, dass sie meiner kleinen Schwester ein neues Zuhause geben wollten. Nun wurde es ernst. Ich habe mich voll ins Zeug gelegt und mit dem männlichen Menschen geschmust. Als ich ihn dann sagen hörte, Rita weißt Du was, den kleinen Kater können wir doch auch mit nehmen, wurde mir doch ganz anders.

Ich sollte also diesen wunderschönen Kuhstall mit allen seinen tollen Spielmöglichkeiten verlassen und womöglich nie mehr wiedersehen? Aber meine Schwester konnte ich auch nicht im Stich lassen. Also habe ich allen Mut zusammen genommen und bin nicht weg gelaufen sondern habe meiner Schwester beigestanden.

Und so dauerte es nicht lange bis wir in einem Auto saßen und mit Rita und Klaus, so hieß die Frau und der Mann, weg gefahren sind. Ich weiß nicht wie lange wir gefahren sind, aber plötzlich hielt das Auto an und ich hörte Rita sagen: so ihr beiden, dies ist nun euer neues zu Hause.

Aber nicht, dass wir in den großen Garten durften der am Haus war, nein, wir wurden in des Haus getragen und fanden uns rubbel die Katz in einem Zimmer wieder. Na toll dachte ich, und meine Schwester stimmte mir zu: das soll nun unser neues Zuhause sein?

Rita und Klaus haben uns auch Namen gegeben. Meine Schwester nannten sie Tabby, ich war nun der Scotty.

Hier bin ich mit meiner Schwester Tabby zu sehen.

Meine Schwester ich ich waren "ein Herz und eine Seele".

Zugegebenerweise haben sich unsere beiden neuen Menschen sehr um uns gemümmert. Es gab eine Menge an Katzenspielzeug, einen Kratzbaum auf dem wir klettern konnten, eine Katzenhöhle und natürlich gab es auch Futter und frisches Wasser. Und noch etwas gab es, was wir zuerst gar nicht deuten konnten. Es war eine flache Schüssel mit kleinen weißen Steinchen. Unsere neuen Menschen haben versucht uns klar zu machen, dass, wenn wir mal "müssen", es hier in der Schüssel machen sollten. Warum in so eine Schüssel sein Geschäftchen machen, wenn doch draußen so viel Platz ist, und es doch auch viel mehr Spaß macht?

 

Aber was dann geschah, hat uns beide, meine Schwester und mich, überrascht. Es gab noch zwei weitere Katzen hier im Haus. Besser gesagt eine Katze, sie hieß Babsy, und einen Kater mit Namen Barny. Schnell konnten wir aber feststellen, dass mit Babsy nicht gut Kirschen essen war. Wenn wir uns näher als eine Schwanzlänge an sie heran gewagt haben, fauchte sie und machte uns unmissverständlich klar, dass wir sie in Ruhe lassen sollten. Aber andererseits muss ich auch sagen, dass sie uns beiden neuen Bewohner auch in Ruhe gelassen hat.

Rechts könnt ihr Babsy sehen.

Ganz anders war da Barny. Er war ein gutmütiger und lieber Geselle der immer gute Laune hatte und sich um uns gekümmert hat. Er hat mit uns gespielt, unser Fell geputzt und wenn wir müde waren, konnten wir auf ihm liegen und schlafen. Er hat uns erzählt, dass er eines Tage auf die Strasse gegangen war und dabei von einem Auto angefahen wurde. Dabei wurden ihm die Sehnen am rechten Bein durchtrennt und er konnte nur noch auf drei Beinen laufen. Er hat uns immer wieder davor gewarnt auf die Strasse zu gehen.

Links, das ist Barny wie er am Fischteich sitzt.

So vergingen die Tage und Tabby und ich hatten uns an das neue Zuhause gewöhnt. Aber auch wenn alles schön war, so fehlte mir doch das herumstromern in der freien Natur. Und um so überraschter waren Tabby und ich als es hieß, wir dürfen nach draußen. Aber so sehr wir es uns auch gewünscht hatten nach draußen zu dürfen, so sehr hatten wir jetzt Angst davor in die neue und fremde, Umgebung zu gehen.

Aber da kam Barny und hat uns mit nach draußen in den Garten genommen und uns alles gezeigt.

Mit Barny zu spielen hat immer einen riesigen Spass gemacht.

Tabby und ich sind mit Barny in den Garten gegangen und Barny hat uns alles gezeigt und uns mit unendlicher Geduld auf das Leben "draussen" vorbereitet.

Nach unseren Erkunden der neuen Umgebung waren wir sehr geschafft und haben erst mal mit Barny ein Mittagsschläfchen gemacht.

So kam der Sommer und Tabby und ich wuchsen zu "richtigen" Katzen heran. Mittlerweile waren wir natürlich auch alleine im Garten unterwegs und unsere Runden wurden immer größer. Aber es war immer wieder schön wenn wir gemeinsam mit Barny, und manchmal auch mit Babsy, spielen konnten.

 

Hier schaut Babsy sich unser herumtollen aus sicherer Entfernung an.

So wuchsen Tabby und ich in einer völlig unbeschwerten Umgebung auf und genossen unsere Zeit. Es kam der erste Winter und wir machten unsere Erfahrungen wie es ist im Schnee zu tollen.

Während Tabby sich lieber in der Nähe des Hauses aufhielt, machte ich mich auf die Umgebung zu erkunden. So kam es vor, dass ich darüber die Zeit vergaß und auch schon mal über Nacht nicht nach Hause kam.

Es war an einem Nachmittag im September 2005 als ich mal wieder nach einem Streifzug voller Abenteuer nach Hause kam und Tabby nirgends finden konnte. Ich sollte sie nie wiedersehen. Sie hätte besser darauf hören sollen, was Barny uns immer gesagt hat: geht nicht auf die Strasse..........

 

Ich war sehr traurig darüber das meine kleine Schwester Tabby nicht mehr da war, aber mein Freund Barny hat mich getröstet und so hat die Zeit die Wunden geheilt.

Als ich im Juni des Jahres 2006 mal wieder auf Tour ging, konnte ich nicht wissen, dass dies mein Leben von Grund auf ändern würde.

Unbekümmt kam ich eines mittags, ich errinnere mich noch genau wie heute es war der 22.06.2006, zurück von einer meiner zahlreichen Ausflügen, als mich ein Ungetüm von Schäferhund bellend aus dem Garten, aus meinem Garten, vertrieb. Ich wußte überhaupt nicht wie mir geschah. Wie ich aus sicherer Entfernung feststellen musste, haben sich meine Menschen einen Schäferhund zugelegt. Momo haben sie sie genannt. Unverschämt...

Dass hier ist Momo. Sie hat mir einen riesigen Schreck eingejagt. Dieser Schreck war so groß, dass ich mich vortan nicht mehr getraut habe nach Hause zu gehen.

Was sollte ich nun machen. Ich errinnerte mich daran, dass nebenan auch zwei Katzen wohnten: Max und Rieke. Max hatte ich schon des öfteren im Garten oder auch am Regenrückhaltebecken getroffen. Es war ein lieber Kerl, aber er wußte es nicht so richtig zu zeigen. Ich hatte schon des öfteren Schröppe von ihm bezogen.

Aber dennoch bin ich zu ihm nach Hause gegangen und ich muss sagen, seine Menschen, Andreas und Angie, waren super nett und haben mich aufgenommen. So hatte ich hier einen neuen Platz gefunden wo ich schlafen konnte, mein Futter und jede Menge Streicheleinheiten bekam.

Zu Rita und Klaus habe ich mich nicht mehr getraut, zu groß war meine Angst vor dem großen Schäferhund Momo. Nur machnmal bin ich auf dem Hausdach gewesen und habe aus sicherer Entfernung das treiben im Garten beobachtet. Was mir schon ein wenig komisch vorkam war, dass Babsy und Barny vollkommen unbehelligt im Garten spazieren gehen konnten, ohne dass Momo ihnen etwas getan hätte. Aber wie gesagt, ich habe mich einfach nicht getraut zu ihnen zu gehen.

So vergingen die Jahre und ich hatte ein sorgenfreies Leben. Mit Rieke kam ich super zurecht. Max, na ja... der musste mir immer zeigen wer die größeren Rechte im Haus hatte.

Als 2012 der Winter durch den Frühling vertrieben wurde und ich meine Ausflüge wieder ausgiebiger gestaltete viel mir auf, dass bei Rita und Klaus weder Babsy und Barny, noch die Schäferhündin Momo im Garten zu sehen waren.

Eines Nachmittags, ich hatte mich in der Koniferenhecke versteckt, hat mich Rita doch entdeckt und mich gerufen hat. Zuerst etwas zögerlich, aber dann bin ich doch zu ihr gegangen. Ich hatte gar kein gutes Gefühl dabei und war immer auf der Hut vor dem Hund. Aber es kam kein Hund.

Es war schon komisch so nach mittlerweile über fünf Jahren von Rita gestreichelt zu werden. Aber ich hatte einfach keine Ruhe und bin dann schnell wieder weggelaufen um nicht Gefahr zu laufen, doch noch Momo zu begegnen.

Jedenfalls habe ich mich, neugierig wie nun mal bin, immer wieder mal in den Garten von Rita und Klaus getraut und mit den beiden gespielt. Auch wurde ich in den folgenden Monaten immer mutiger und habe mich immer näher an die Terasse heran getraut. Und so habe ich dann feststellen können, es gab hier keinen Hund mehr. Aber auch Babsy und Barny waren nicht mehr da. Wie ich dann später von Rita und Klaus erfahren habe, sind Babsy und Barny beide im November 2010 und Momo im Januar 2012 gestorben.

Und so kam es dann wie es kommen musste: nach fast sechs Jahren habe ich mich ins Haus getraut und mich umgesehen. Auch wenn sich hier einiges verändert hat, es war irgendwie komisch, aber auch schön, wieder "zu Hause" zu sein. Aber es sollte noch Monate brauchen bis ich auch mal über Nacht geblieben bin.

Jetzt habe ich jedesmal die Qual der Wahl wo ich hingehen soll: zu Angie und Andreas oder zu Rita und Klaus. Aber das schöne an der Sache ist, ich bin bei allen gerne gesehen und kann im Grunde kommen und gehen wann ich möchte.

Jetzt haben wir Februar 2013 und bald kommt der Frühling. Dann werde ich wieder durch die Gärten stromern oder am Regenrückhaltebecken nach Mäusen Ausschau halten.

Wenn es etwas neues gibt, werdet ihr es hier erfahren.............

Schnurrrrrrr, schnurrrrr, schnurrrrr und

Tschüss

 

Euer Scotty



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